Zählen, was zählt 

Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ startet der NABU vom 29. Mai bis zum 7.Juni sowie vom 31. Juli bis zum 09. August innerhalb seines Citizen Science-Projektes „Insektensommer“ erneut eine große Insektenzählung in Deutschland. Naturfans sind bundesweit aufgerufen die Summer, Brummer und Krabbler in ihrer Umgebung zu beobachten und unter www.insektensommer.de online zu melden. Oder über die kostenlose NABU-App „Insektenwelt“ für IOS und Android. Sie enthält über 120 in Deutschland

häufige vorkommende Arten.

 

Ziel des Insektensommers ist es, auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Jedes Insekt zählt! In Deutschland gibt es nach Schätzungen 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

 

Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.

Egal ob Blattlaus, Fliege oder Schmetterling – jeder Sechsbeiner soll gemeldet werden. Auf 16 in Deutschland häufig vorkommende Arten soll dabei aber besonders geachtet werden. Darunter sind vier Tagfalter (Admiral, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs), drei Wildbienen (Ackerhummel, Steinhummel, Holzbiene), zwei Käfer (Asiatischer Marienkäfer, Sieben-Punkt-Marienkäfer) zwei Wanzen (Lederwanze, Streifenwanze), zwei Fliegen (Hainschwebfliege, Florfliege), zwei Libellen (die Blutzikade, die Blaugrüne Mosaikjungfer) sowie das Grüne Heupferd als Laubschrecke.

 

Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Eine gezielte Erkundungstour ist für jeden von uns schon auf kleinstem Raum möglich, wie zum Beispiel der Blick in die Blumentöpfe.

 

Der NABU engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund. Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt.

Im vergangenen Jahr beteiligten sich 18.000 Menschen mit über 7.300 Beobachtungen.

 

 

Mehr Infos: www.insektensommer.de oder unter www.NABU.de/insektenwelt

Kohlmeise die trinkt
Kohlmeise die trinkt

Auch Vögel brauchen Wasser

Eigentlich ist dies ein Thema für den Hochsommer. Doch bereits jetzt im Frühjahr herrscht schon wieder eine bedenkliche Trockenheit, die nicht nur die Landwirte, sondern auch unsere gefiederten Freunde extrem belastet.

Der NABU Weinstadt bittet daher schon heute unsere Vogelfreunde, bei länger andauerndem trockenem Wetter Vogeltränken aufzustellen.

Während der sehr trockenen Tage leiden unsere Vögel oft unter dem Wassermangel. Die wenigen verbliebenen natürlichen Wasserstellen sind dann ausgetrocknet. Pfützen gibt es gar nicht mehr, sogar in manchen Gräben steht oft nur noch wenig Wasser. Es ist daher sehr wichtig, den Tieren saubere Vogeltränken anzubieten, ganz gleich, ob im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Dabei ist es den Vögeln völlig egal, ob es sich um stylische Vogeltränken handelt oder einfach nur um einen Blumentopfuntersetzer.

Dabei sind jedoch ein paar Tipps zu beachten, damit sich die gute Tat nicht ins Gegenteil verkehrt:

Zunächst muss darauf geachtet werden, dass das Wasser sauber bleibt. Allzu schnell können sich sonst Salmonellen, Trichomonaden & Co. vermehren. Daher sollte das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß ausgespült und saubergewischt werden.

Da in trockenen Zeiten die Vogeltränken auch gerne von Insekten, vor allem Bienen genutzt werden, ist es zum Schutz dieser Tiere ratsam, in die Gefäße Steine oder Zweigchen zu legen, damit die kleinen Flieger nach einem unfreiwilligen Bad daran wieder ins Trockene krabbeln können und nicht ertrinken müssen.

Bei der Standortwahl der Vogeltränke sollte auf einen einigermaßen katzensicheren Standort geachtet werden.

Buchfink
Buchfink

Alle Vögel sind schon da – wirklich und wenn ja wie viele?

 

Zur 16. „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai, ruft der NABU bundesweit wieder dazu auf, eine Stunde lang Amsel, Drossel, Fink und Star, und die ganze Vogelschar zu beobachten, zu zählen und zu melden. Da aktuell Corona-bedingt keine Vogelexkursionen angeboten werden können, bleiben wir alle zuhause und beobachten unsere gefiederten Freunde von Fenster und Balkon aus, auf der Terrasse oder im Garten.

Je mehr Menschen teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse, auch zum aktuellen Meisensterben, von dem vor allem Blaumeisen betroffen sind. Der Erreger, ein Bakterium namens Suttonella ornithocola, wurde jetzt identifiziert. Dieses Bakterium löst eine für die kleinen Vögel tödliche Lungenentzündung aus, der bis jetzt deutschlandweit knapp 30.000 Vögel zum Opfer gefallen sind.

Vergangenes Jahr nahmen mehr als 76.000 Vogelfreundinnen und -freunde an der Stunde der Gartenvögel teil, davon 8.000 aus dem Südwesten. Damit das Zählen wieder problemlos gelingt, bietet der NABU Unterstützung an, in Form der NABU-App Vogelwelt sowie mit Artenporträts der Gartenvögel und ihre Gesänge zum Nachhören. Reimsprüche helfen dabei, die gefiederten Sänger zu erkennen, auf Facebook hat der NABU Baden-Württemberg dazu Mini-Videos eingestellt.

„Stunde der Gartenvögel“ – so geht‘s
Mitmachen geht ganz einfach: Ruhiges Vogelaussichtsplätzchen suchen, Stift oder Handy zücken und von jeder Vogelart die höchste Anzahl notieren, die im Laufe einer Stunde entdeckt wird oder vorbeifliegt. Gemeldet werden kann online auf der Aktionsseite des NABU-Bundesverbands, per Post oder telefonisch unter 0800-1157115 am 9. Mai von 10 bis 18 Uhr sowie per App, erhältlich auf der Webseite des NABU-Bundesverbands. Meldeschluss ist der 18. Mai.

Gartenrotschwanz
Gartenrotschwanz

Die Vogelstimmenwanderung, die nicht stattfand

 

Die Vogelstimmenwanderungen gehören zu den schönsten Ausflügen des NABU. Sie fanden bisher jedes Jahr im April und Mai statt. In diesem Jahr sind sie, wie so vieles, der Corona-Pandemie zum Opfer gefallen. Es das erste Mal, dass wir nicht gemeinsam losziehen und dem Zwitschern und Tirilieren lauschen können!

Da aber dieses Naturerlebnis so beeindruckend ist, empfehlen wir, diese Wanderung eben alleine oder zu zweit zu machen. Gerade jetzt sind die Streuobstwiesen mit ihrer Blütenpracht ein Erlebnis für Auge und Ohr.

Da die Vögel fast nur zur Brutzeit singen, hört man im Frühling und im Frühsommer bis ca. Juli das größte Vogelorchester, wobei oftmals nur die Männchen singen, um ihr Revier abzustecken und Weibchen anzulocken.

Fast alle Vogelarten singen früh am Morgen am intensivsten, wobei jede Vogelart einen anderen Zeitpunkt für den Beginn ihrer Gesangsstunde hat, der durch die zunehmende Tageshelligkeit vorgegeben wird. Daher beginnt das morgendliche Konzert immer in der gleichen Reihenfolge, was der Vogelinteressierte beim Erkennen und Lernen der Vogelstimmen ausnutzen kann. Wer erst später in das Konzert hineinhört, ist vermutlich erst einmal von der Chorstärke überwältigt.

Wer also schon morgens früh unterwegs ist, wenn draußen noch alles still ist, hat große Chancen die verschiedensten Vogelstimmen erkennen zu können. Stellt daher Eure Wecker nach den Piepmätzen! Hierzu gibt es die sogenannte Vogeluhr, die aufzeigt, welcher Vogel wann vor Sonnenaufgang zu singen beginnt. Dabei ist die Nachtigall mit bis zu 90 Minuten vor Sonnenaufgang die absolute Frühaufsteherin, während der Grünfink erst ca. 10 Minuten vor Sonnenaufgang in den Chor einstimmt.

Jede Vogelart hat ihre eigenen Gesangsstrophen. Leicht zu erkennen sind die Meisen und der Buchfink mit ihrem flötenden Gesang. Sehr laut und melodisch singt die Mönchsgrasmücke, die seit 3 Wochen aus Afrika zurück ist. Auch der Zilp Zalp mit seinem einfältigen Gesang (zipp zapp – er ruft also seinen Namen) ist seit 4 Wochen wieder bei uns. Wenn man Glück hat, kann man auf dem höchsten Ast eines Baumes den Gartenrotschwanz mit seiner leuchtend orangen Brust erkennen; sein Gesang klingt so, als ob er heiser wäre.

Sind die Schwalben und Mauersegler schon aus dem Süden zurück?  Oder kann man den Wendehals hören mit seinem lauten Pfeifen? Durch sein geflecktes Federkleid ist er bestens getarnt; auch er ist ein Zugvogel und darüber hinaus mit unseren Spechten verwandt.

Mit etwas Übung kann man bei einem Spaziergang ca. 20 -30 Vogelarten unterscheiden.

 

Wir wünschen Euch dabei viel Spaß und einen erlebnisreichen Vogelstimmen-Spaziergang.

Fotos: NABU-Weinstadt, Claus Hainbuch
Die männlichen Mauerbienen sind bereits geschlüpft und warten zur Begattung auf die Weibchen, die in den nächsten Tagen schlüpfen werden.

Artenschutz für Wildbienen:

 

NABU Weinstadt errichtet eine Nisthilfe auf dem Klingenkopf
Überall in der erwachenden Natur summt und brummt es schon. Trotz des momentan herrschenden kalten Wetters sind die ersten Wildbienen bereits seit 2 Wochen unterwegs und suchen für ihren Nachwuchs Nistmöglichkeiten. Sehr eindrucksvoll kann das derzeit an der Wildbienenwand, die vom NABU Weinstadt im Rahmen der Remstalgartenschau erstellt wurde, am Radweg zwischen Wohngebiet „Trappeler“ in Endersbach und Großheppach bei der Fischerhütte beobachtet werden.

Fotos: NABU-Weinstadt, Claus Hainbuch
Nach der Arbeit haben sich die Wildbienen-Paten auch ein Vesper verdient. Von links nach rechts: Günter Schaub, Werner Kurz (vom BUND), Martin Käshammer, Jürgen Frank und Claus Hainbuch (nicht im Bild). Fotos: NABU-Weinstadt, Claus Hainbuch

Das Artensterben ist neben der Klimaentwicklung eines der wesentlichen Naturschutz- und Umweltthemen unserer Generation, das haben wir im Jahr 2019 mit dem UN-Bericht zur Biodiversität sehr eindringlich erfahren müssen.  Eine Forschungsarbeit des Vereins für Insektenkunde in Krefeld weist u.a. nach, dass sich in den letzten 27 Jahren die Biomasse (Insekten am Boden und in der Luft) um nahezu 80%, selbst in Naturschutzgebieten, reduziert hat.

Auch unsere heimischen Wildbienen sind vom Artensterben extrem betroffen.  Da in Baden-Württemberg von den noch vorkommenden 460 Wildbienenarten mehr als die Hälfte vom Aussterben bedroht sind, widmet sich der NABU Weinstadt im Jahr 2020 auch dem Schwerpunkt „Insektensterben“. Zur Rettung der Insekten und gerade auch zur Rettung unserer so wichtigen Wildbienen, die für die Bestäubung unserer Obstbäume und Beeren unerlässlich sind, hat der NABU Weinstadt im Naturdenkmal Klingenkopf - oberhalb von Strümpfelbach in den Weinbergen Richtung Karlstein gelegen - für unsere heimischen Wildbienen eine Nisthilfe erstellt.

 

Die Stadt Weinstadt hatte im Rahmen ihres „Streuobstbudgets“ den NABU bei der Beschaffung der Materialien für die Wildbienenwand tatkräftig unterstützt! Im Winter hatte Claus Hainbuch vom NABU bereits einen Bausatz vorbereitet, der dann in kürzester Zeit Anfang März vor Ort aufgestellt werden konnte. 

Fotos: NABU-Weinstadt, Claus Hainbuch
Bestückte Wildbienen-Nisthilfe; Fotos: NABU-Weinstadt, Claus Hainbuch

Die Wildbienenwand wurde mit einfachen Hilfsmitteln, wie z. B. waagrecht und vor Regen geschützt angebrachten Bambus- und Schilfröhrchen, in Faserrichtung gebohrten Hartholzstücken und weißfaulem Obstbaumholz bestückt. Speziell an dem trockenwarmen Standort des Klingenkopfes war es für die Wildbienen wichtig, das Regenwasser des Daches zu sammeln und den Bienen als Trinkquelle zur Verfügung zur Verfügung zu stellen. Offene und sandige Erdbereiche, die für die Wildbienen als Baumaterial für das Verschließen der einzelnen Eiablage-Zellen wichtig sind, sind am Klingenkopf bereits verfügbar. Nicht weniger wichtig sind zum Sammeln der Pollen und des Nektars viele heimische Blühpflanzen als  Futterquelle für die Wildbienen über das ganze Jahr: Frühblüher, wie z. B die Weide, Mittelblüher wie Wiesensalbei, Alant und Grannen-Klappertopf sowie spätblühende Wildpflanzen wie Dost und Hirschwurz sind in dem Naturdenkmal erfreulicherweise in ausreichendem Maße vorhanden.

 

Damit Specht und Mäuse nicht an die mit Nistzellen bestückten Röhrchen herankommen, wurde die Nisthilfe insgesamt mit einem Drahtgeflecht geschützt.

Bezugsfertige Wildbienen-Nisthilfe Fotos: NABU-Weinstadt Claus Hainbuch
Bezugsfertige Wildbienen-Nisthilfe Fotos: NABU-Weinstadt Claus Hainbuch

Die ersten Wildbienen haben wir schon auf ihrer Suche nach Nistplätzen gesichtet. Da ihre natürlichen Nistmöglichkeiten immer seltener werden, sind die Erbauer des NABU Weinstadt sicher, dass ihre künstliche Nisthilfe von den Wildbienen schon in diesem Jahr zahlreich angenommen werden. Wir sind gespannt, welche Bienenarten wir neben den Mauerbienen, Blattschneiderbienen oder Scherenbienen noch sichten werden.

Auf der Rückseite der Wildbienenwand haben wir eine Informationstafel angebracht, die vom Weg aus, der ins Naturdenkmal führt, gelesen werden kann. Der NABU Weinstadt bittet alle Besucher, die Wiese mit den seltenen Wildblumenarten zu beschützen und daher nicht zu betreten.

Wir alle können unseren so wichtigen Wildbienen helfen: wer einen Garten, eine Terrasse oder einen Balkon hat, der kann bereits durch das Pflanzen von heimischen Wildblumen und Blühpflanzen helfen.

Corona und kein Ende

 

Nachdem nun seitens der Regierung sämtliche öffentlichen Veranstaltungen untersagt sind, sehen wir uns leider gezwungen - auch in Abstimmung mit dem NABU Waiblingen – sämtliche in unserem Jahresprogramm bis zum 31.5.2020 stattfindenden Veranstaltungen und damit auch unseren Jahresausflug ins Donaumoos abzusagen.

Inwieweit zu einem späteren Zeitpunkt für die eine oder andere Veranstaltung ein Ersatztermin gefunden werden kann bzw. noch sinnvoll ist, müssen wir kurzfristig entscheiden, zumal auch noch nicht absehbar ist, ob sich die Corona-Lage Ende Mai soweit entspannt hat, dass öffentliche Veranstaltungen wieder erlaubt sind. Unter Umständen müssen auch noch weitere für die Zeit ab Juni geplanten Veranstaltungen und Ausflüge abgesagt werden.

Da auch die Gaststätten geschlossen haben, entfällt bis auf weiteres auch unser monatlicher Stammtisch. 

 

Wir hoffen, dass Ihr alle gesund durch diese sehr extreme Zeit kommen werdet. Aber es ist wichtig, dass jeder Einzelne sich an die Vorgaben hält, um die Ansteckungskurve möglichst flach zu halten und den Ärzten die Chance zu geben, jedem, der ärztliche Hilfe braucht, diese auch geben zu können.

 

Nichtsdestotrotz steht der Frühling in den Startlöchern. Solange wir noch spazieren gehen dürfen, sollten wir die Zeit und das schöne Wetter nutzen, um das Aufblühen der Natur zu beobachten und zu bewundern.

 

 

Danke für Euer Verständnis und bleibt gesund!!

 

Erfolgreiche Mühlbach-Putzete

 

Nachdem seitens der Stadt die Kreisputzete wegen einer möglichen Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus kurzfristig abgesagt wurde, haben sich der NABU Weinstadt und der OBV Endersbach entschlossen, die Reinigung des Mühlkanals auf eigene Verantwortung trotzdem durchzuführen. Beide Vereine hatten im Vorfeld ihre Mitglieder über die Absage informiert und es jedem freigestellt, ob er mitmachen möchte oder nicht.

 

Überraschend zahlreich erschienen dann am Samstagmorgen die Helfer mit ihrer Ausrüstung am vereinbarten Treffpunkt und konnten bei schönem Wetter gleich tatkräftig loslegen. Ziel der Aktion ist, den Mühlkanal in aufwändiger und kräftezehrender Arbeit von Schlamm, Astbruch und Unrat zu befreien, wuchernde Brombeeren zurückzuschneiden und sonstige Verwachsungen zu beseitigen, damit der Mühlbach, auch zur Freude der zahlreichen Spaziergänger wieder frei fließen kann.

 

Unsere drei Helfer von der NABU-Jugend hatten sich schon auf die mühsame Arbeit des Schlammschaufelns gefreut. Sie waren für die Arbeit im Bach bestens ausgerüstet und machten sich sofort an ihre Arbeit. Ihr unermüdlicher Einsatz wurde durch die vielen abgefallenen Äste, die sich im Bach gesammelt hatten, erschwert. Dies tat ihrer guten Laune aber keinen Abbruch.

Zum Abschluss haben sich alle bei einem Brezelvesper gestärkt, um nach getaner Arbeit die Kraftreserven wieder aufzutanken.

 

 

Allen Helfern und Helferinnen und den Brezelspendern ein ganz herzliches Dankeschön!!

Fotos: NABU-Weinstadt Claus Hainbuch
Fotos: NABU-Weinstadt Claus Hainbuch

Dreiste Diebe am Werk

 

Im Rahmen der Remstal-Gartenschau hat der NABU Weinstadt mit Unterstützung der Stadt Weinstadt entlang des Fußweges vom Steinbruch in Endersbach nach Großheppach eine Info-Tafel aufgestellt, an der die verschiedensten Ausführungen von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse aufgehängt wurden. Hier konnten sich bisher interessierte Bürger und Bürgerinnen informieren, welcher Nistkasten für welchen Vogel geeignet ist.

 

Leider müssen wir hier nun in der Vergangenheitsform sprechen, denn dreiste Diebe haben bis auf einen Kasten sämtliche Ausstellungsstücke abgehängt und gestohlen. Bei diesen Ausstellungsstücken handelte es sich um Leihgaben der Firma Schwegler aus Schorndorf, die bereits über den Diebstahl informiert wurde.

 

Inwieweit uns nochmals Nistkästen zur Verfügung gestellt werden, wissen wir noch nicht und wir können derzeit nur hoffen, dass die Nistkästen wenigstens „zweckgerecht“ verwendet werden, so dass zumindest die Vögel keinen direkten Schaden erlitten haben.

 

Wir gehen davon aus, dass diese „Naturfreunde“ nicht aus Liebe zu den Vögeln gehandelt haben, sondern aus reiner Profitgier. Das ist nicht das, was wir unter aktivem Natur- und Tierschutz verstehen und verurteilen daher diesen Diebstahl aufs Schärfste.

 

Leider können wir nicht sagen, wann die Nistkästen gestohlen wurden. Sollte aber jemand verdächtige Beobachtungen gemacht haben, wäre es schön, wenn er uns informieren würde, damit wir diese Angaben an die Firma Schwegler weiterleiten können.

 

Vielen Dank!

 

 

www.nabu-weinstadt.de

Einigung am Runden Tisch zum Thema Artenschutz erzielt – Volksbegehren „Rettet die Bienen“ wird nicht weiter beworben

Beim Weinstädter Streuobsttag im Oktober 2019 hatten die BUND- und NABU-Ortsgruppen als Befürworter des Volksbegehrens zum Artenschutz einen Informationsstand aufgebaut und gemeinsam zum Status des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ informiert und viele interessante Gespräche mit Befürwortern und Gegnern des Volksbegehrens geführt. Zu diesem Zeitpunkt lag bereits als Alternative zum Volksbegehren ein Eckpunktepapier der Landesregierung zum Artenschutz auf dem Tisch und das aktive Sammeln von Unterschriften wurde ab diesem Zeitpunkt ausgesetzt. Kurz vor Weihnachten wurde dann am „Runden Tisch“, bestehend aus Vertretern der grün-schwarzen Landesregierung, den Initiatoren und Unterstützern des Volksbegehrens sowie den Bauernverbänden, auf Basis dieses Eckpunktepapiers ein für alle Seiten tragfähiger Kompromiss zu mehr Artenschutz in der Landwirtschaft gefunden.

Auslöser der Einberufung des Runden Tisches war das Ende September vergangenen Jahres gestartete Volksbegehren. Es hatte das Ansinnen, das Schutzziel „Erhaltung der Artenvielfalt in der landwirtschaftlichen Produktion“ gesetzlich zu verankern. Diese Initiative erfolgte vor dem Hintergrund beinahe täglich neuer erschreckender Meldungen zum Insekten- und Vogelsterben, das in den letzten beiden Jahrzehnten immer größere Ausmaße angenommen hat. Aktuelle Veröffentlichungen von Wissenschaftlern und verschiedenen Verbänden verdeutlichen die Dringlichkeit des Handelns. Die Kompromisslösung hat nun zur Folge, dass das Volksbegehren zwar formell noch bis zum 23. März 2020 weiterläuft, die Initiatoren und Unterstützer aber dazu aufrufen, die Unterschriftenaktion nicht mehr aktiv zu bewerben. Die wichtigsten Eckpunkte, die beschlossen wurden und nun nach Ausarbeitung und Verabschiedung im Landtag Eingang in die entsprechenden Gesetze finden sollen, lauten:

-          40 bis 50 Prozent weniger chemisch-synthetische Pestizide bis 2030

-          Ausbau der Öko-Landwirtschaft auf 30 bis 40 % der Flächen bis 2030

-          Verbot aller Pestizide in Naturschutzgebieten sowie Verpflichtung zum Integrierten Pflanzenschutz in allen anderen Schutzgebieten

-          Schutz der Streuobstwiesenbestände

-          Ausbau des Biotopverbundes auf 15 % der Landesfläche

-          Verbot von Pestiziden und der Neuanlage von Schottergärten in Privatgärten.

Einige der Beschlüsse sind Teil der Forderungen des Volksbegehrens, andere gehen sogar darüber hinaus, da sie aus rechtlichen Gründen damals nicht ins Volksbegehren mit aufgenommen werden konnten. Die Landesregierung hat bereits verbindlich zugesagt, für deren Umsetzung in den nächsten beiden Jahren mindestens 62 Mio. Euro zusätzlich bereitzustellen.

Es war bemerkenswert und ermutigend zu sehen, was erreicht werden kann, wenn sich die Verantwortlichen aller Interessengruppen an einen Tisch setzen, die Probleme ernst nehmen und zu Kompromissen bereit sind, anstatt sich gegenseitig den schwarzen Peter zuzuschieben und dadurch notwendige Prozesse lähmen oder gar verhindern. Nun ist es an uns Verbrauchern, die heimischen Landwirte*innen zu unterstützen, indem wir ihre hier vor Ort unter strengeren Umweltauflagen produzierten Produkte kaufen, ob im Supermarkt, im Bioladen, auf Wochenmärkten oder in Hofläden. Wir dürfen unsere Landwirte jetzt nicht im Stich lassen und der Verlockung des vermeintlich billigen Preises verfallen für Produkte, die entweder von weither transportiert und/oder unter sehr niedrigen Umweltstandards erzeugt wurden. Denn deren Produktion ist nur deshalb so billig, weil sie durch Raubbau an der Natur und verbunden mit viel Leid für die Tiere hergestellt werden. Anders ist es schlichtweg nicht möglich, Fleisch, Obst und Gemüse zu solch niedrigen Preisen zu produzieren. Den Preis für die damit angerichteten Schäden zahlt übrigens jeder Verbraucher indirekt mit seinem Steuergeld (und wird es in Zukunft noch deutlich mehr tun müssen), ohne sich dessen bewusst zu sein, durch die Folgekosten zur Behebung von Schäden für Umwelt und Gesundheit (u.a. für verschmutztes Wasser, erodierte Böden und Hormon- und Pestizidrückstände in Lebensmitteln). Trotz des hohen Lebensstandards hierzulande gibt kaum ein anderes EU-Mitglied prozentual weniger Geld für Lebensmittel aus als Deutschland.

Europäische Bürgerinitiative zum Schutz der Bienen und Kleinbauern

Aktuell läuft ein Unterschriftenaufruf der europäischen Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten“ mit dem Ziel, die EU zu verpflichten, ihre verfehlte Agrarpolitik zu korrigieren, die vielen Kleinbauern ihre Existenz, der bäuerlich geprägten Landschaft ihren ästhetischen Reiz und vielen Tier- und Pflanzenarten das Leben gekostet hat und immer noch kostet. Kommen mindestens 1 Mio. Unterschriften zusammen, muss sich die Europäische Kommission mit dem Thema auseinandersetzen. Wer seine Unterschrift abgeben möchte, kann dies bis Ende September 2020 digital unter https://www.savebeesandfarmers.eu/deu tun. Jede Unterschrift zählt.

 

Feuchtbiotop im Gundelsbacher Tal   


Amphibienbestände sind weltweit rückläufig. Die Ursachen hierfür sind vielfältig. An
erster Stelle steht die direkte Zerstörung der Lebensräume durch den Menschen,
aber auch Versauerung und Schadstoffbelastung der Gewässer sowie klimatische
Veränderungen und witterungsbedingte Einflüsse tragen dazu bei. Unterschätzt
werden auch die Auswirkungen des Fischbesatzes in Laichgewässern, herbeigeführt
durch das „Entsorgen“ überzähliger Gartenteich- oder Aquarienfische.
Die Schaffung von Laichgewässern ist eine der wichtigsten Maßnahmen im
Amphibienschutz. Der NABU Weinstadt widmet sich seit langem neben anderen
Naturschutzmaßnahmen auch dieser Aufgabe. Seit vielen Jahren betreuen Mitglieder
des NABU ein Feuchtbiotop im Schachen bei Strümpfelbach. Im Gundelsbacher Tal
legte die NAJU schon vor längerer Zeit im Wald ein Laichgewässer für Amphibien an.
Um überlebensfähige Populationen von Amphibien zu erhalten, schlugen NABUMitglieder vor, dort ein weiteres Laichgewässer zu schaffen. Ein idealer Standort
dafür fand sich auf einer sumpfigen Waldlichtung ganz in der Nähe des existierenden
Waldtümpels und des etwas weiter unten fließenden Gundelsbachs. Durch die freie
Lage auf der Lichtung kann sich das Wasser im Frühjahr schneller erwärmen, was
wichtig für die Entwicklung der Amphibienlarven ist.
Nach einem Ortstermin, bei dem Behördenvertreter Weinstadts und Waiblingens
anwesend waren (der Standort liegt auf Waiblinger Gemarkung), bekam der NABU
grünes Licht für den Bau des Feuchtbiotops. Ein von der Stadt Weinstadt georderter
Bagger hob die Mulde für die beiden Tümpel aus. Auf Grund der wasserstauenden
Böden und des aus mehreren Sickerquellen rieselnden Hangwassers, füllte sich die
ausmodellierte Mulde schnell auf natürliche Weise. Ein zweiter kleinerer Tümpel
etwas oberhalb dient der Vernetzung der Laichgewässer untereinander.
Mit den drei Tümpeln und dem Gundelsbach zusammen wurde in diesem Bereich ein
idealer Lebensraum für Amphibien geschaffen, wo sich hoffentlich bald Grasfrosch,
Springfrosch, Erdkröte, Molch, Feuersalamander, vielleicht auch Gelbbauchunke und
die Ringelnatter heimisch fühlen.

Mitteilung im gelben Blättle am 27.11.2019

 

 Adventsmarkt im und rund ums Heimatmuseum Endersbach      

 

Schon wieder ist ein Jahr vorbei und die Vorweihnachtszeit steht vor der Tür. Zur Einstimmung in diese besinnliche Zeit veranstaltet der Förderverein „Heimatmuseum Endersbach e.V.“ auch dieses Jahr wieder zusammen mit dem CVJM, mit der Weinstädter Spinn- und Strickgruppe und dem NABU Weinstadt den Adventsmarkt.

Die Tore des Heimatmuseums sind wieder geöffnet und schon von weitem werden die Besucher von den Düften nach Gegrilltem, Kaffee und Kuchen, gerösteten Maronen, Punsch und Waffeln angezogen werden. Für unsere kleinen Besucher wird der Weihnachtsmann im Ofensteinzimmer des Museums Weihnachtsmärchen vorlesen. Ob er in seinem Sack auch was zum Naschen dabeihat?

Die kalte Jahreszeit steht vor der Tür. Die Ortsgruppe des NABU Weinstadt wird daher, wie auch im letzten Jahr, Maronen rösten und für unsere heimischen Wintervögel werden wir selbstgebastelte Futterglocken aus bunt bemaltem Ton, gefüllt mit Fettfutter, anbieten.

Wir freuen uns, wenn wir Sie am 1. Advent begrüßen dürfen und bieten Ihnen außerdem noch Mistelzweige als Weihnachtsdeko für zuhause an.

Wann:   Sonntag, 1. Advent von 11 bis 18 Uhr.

Wo:        Heimatmuseum, Pflaster 14 in Endersbach