Diese Blütenvielfalt kommt bei uns in die Tüte

Wir empfehlen mehrjährige, gebietsheimische Samenmischungen für die Artenvielfalt

Bienenweide, Sommerwiese, Insektenbuffet, Wildblumenmischung – Samentütchen mit wohlklingenden Namen und einer bunten Blumensamenmischung gibt es zurzeit überall zu kaufen. Ob Baumarkt oder Handelskette – viele Unternehmen verschenken die Blütenvielfalt aus der Tüte. Doch es lohnt sich, einen genaueren Blick auf den Inhalt zu werfen. Leider hält die Tüte oftmals nicht, was sie verspricht.

Wir brauchen mehr blühende Vielfalt in unserem Ort, das ist richtig. Doch leider enthalten viele Samenmischungen nur einjährig blühende Arten statt mehrjähriger, die noch dazu natürlicherweise gar nicht bei uns vorkommen. Sie sehen zwar zunächst hübsch bunt aus, haben aber keinen nachhaltig positiven Effekt auf unsere Natur. Weniger Arbeit macht eine Blumenwiese, die einmal ausgesät, mehrere Jahre Freude bereitet und die Insektenwelt langfristig fördert. Daher ist es wichtig, bienenfreundliche Blütenmischungen mit mehrjährigen Arten zu verwenden, die auch im zweiten und dritten Jahr wieder blühen. Ferner sollten es ungefüllte Blüten sein, damit der Nektar und die Pollen von den Insekten überhaupt erreicht werden kann.

Wir empfehlen daher bei Blumensamenmischungen gebietsheimische Arten zu bevorzugen. Diese sind einerseits am besten an die vorhandenen Standortbedingungen, wie Boden und Klima angepasst und somit häufig robuster. Andererseits bieten sie einen großen Nutzen für die Artenvielfalt vor Ort.

 

Jedoch darf man sich auch bei diesen Samenmischungen nicht von der Bedruckung der Samentütchen blenden lassen, die oftmals eine reiche Blütenpracht zeigen, die bei mehrjährigen Mischungen jedoch oft erst nach mehreren Jahren erreicht wird.

Unsere heimischen Wildbienen leiden seit Jahren unter Nahrungs- und Lebensraummangel sowie unter den Pestiziden auf Äckern, in Gärten, Einfahrten, auf Bahnstrecken und mehr. Von den mehr als 460 Wildbienen-Arten, die in Baden-Württemberg vorkommen, steht über die Hälfte auf der Roten Liste. Viele dieser Wildbienen sind zum Teil hochspezialisiert. Sie brauchen ganz bestimmte Lebensräume und Pflanzen zum Überleben.

 

 

Die Senf-Blauschillersandbiene etwa, Wildbiene des Jahres 2019, liebt den Ackersenf, holt sich Pollen und Nektar aber auch von anderen Kreuzblütlern wie Barbarakraut, Hederich, Raps oder Weißsenf. Ihre Nahrungspflanzen blühen vor allem in Ackerbaugebieten an Wegrändern. Durch intensive Landwirtschaft und Nutzung von Herbiziden werden diese immer seltener, und damit verschwindet auch diese Wildbienenart. Dagegen ist die Honigbiene weniger wählerisch, was ihre Nahrung betrifft. Doch auch sie tut sich zunehmend schwer angesichts blütenarmer Landschaften.

Wir freuen uns über jede und jeden, die oder der in ihrem oder seinem Garten, auf dem Balkon, vorm Vereinsheim oder neben der Garagenauffahrt, rund ums Haus, auf einer Wiese oder sonst wo ein Plätzchen für Wildbienennahrung schafft. Auch Zierpflanzen, Stauden oder Kräuter, die nicht aus der Region stammen, können eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten sein. Dazu gehören beispielsweise Pflanzen, wie Oregano, Thymian oder Lavendel, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen.

So vielfältig die Insektenwelt ist, so vielfältig sind ihre Vorlieben. Eine Blütenmischung sollte nicht monoton auf wenige Pflanzen setzen, sondern ein breiteres Spektrum abbilden. Bevorzugen Sie daher Mischungen mit Pflanzen, die sich optimal an unsere regionalen Bedingungen anpassen können und den hier lebenden Arten Nahrung bieten. So haben Sie viele Jahre Freude und helfen zahlreichen bedrohten Insektenarten aus unserer Region.

Auf dieser Internetseite www.NABU.de/saatgut finden Sie eine Liste geeigneter Anbieter für Blumensamenmischungen oder insektenfreundlichen Pflanzen.

Gerne dürfen Sie sich auch an den NABU Weinstadt wenden, wir beraten sie gerne


Was haben Hundehaare mit dem Tod von Jungvögeln zu tun?

Auf solch eine Forschungsfrage zur Verbindung zwischen Hundehaaren und dem Tod von Jungtieren wäre wohl niemand so ohne weiteres gekommen. Eine Studie aus den Niederlanden sollte sich eigentlich darum drehen, welche Auswirkungen die Belastung durch Pestizide auf den Tod von Jungvögeln hat. Dabei machten die Forscher eine unerwartete Entdeckung.

Auf der Suche nach Giftstoffen in den Körpern toter Jungvögel stießen sie nicht etwa auf die vermuteten Pestizide, sondern auf Antiparasitika. Das sind Stoffe, die bei Haustieren verwendet werden, um deren Fell von Zecken und Flöhen zu befreien. Doch wie kamen die Stoffe aus der Fellbehandlung in die Nester? Bei der Untersuchung des Nistmaterials der Vogelnester fanden die Forscher Hundehaare!

Die Forscher gehen davon aus, dass die Elternvögeln Hundehaare als Nistmaterial verwendet haben, die mit Antiparasitika behandelt wurden. Dies wurde auch durch eine Analyse der Haarproben aus Vogelnestern bestätigt, die die gleichen Schadstoffe wie in den toten Nestlingen aufwiesen. Es liegt daher nahe, dass die Nestlinge diese Substanzen nicht mal fressen müssen, sondern gleich nach dem Schlüpfen über die noch unbefiederte Haut aufnehmen.

Speziell unsere Meisen lieben es, ihr Nest unter anderem mit Tierhaaren ganz weich zu polstern und sind daher besonders gefährdet.

Wie kann man die Jungvögel schützen?

Daher richtet der NABU eine dringende Bitte an Hundebesitzer:

Wenn Sie ihre Hunde mit Antiparasitika behandeln, sollten Sie die ausgebürsteten Hundehaare nicht für Vögel zugänglich im Freien, sondern im Hausmüll entsorgen.

Dadurch wird zuverlässig verhindert, dass die belasteten Hundehaare als Nistmaterial verwendet und Jungvögel nachhaltig geschädigt werden.

 

Wir und unsere Vögel bedanken uns sehr für Ihr Verständnis und Ihre Rücksichtnahme.


Frohe Ostern!

Der NABU Weinstadt grüßt Sie herzlich zum Frühlingsanfang und zu Ostern.

Auch das Jahr 2021 wird wohl für viele von uns eine Herausforderung. Die Corona-Pandemie hat unsere gemeinsamen NABU-Aktivitäten gelähmt und wir dürfen leider keine Veranstaltungen und Exkursionen durchführen. Unsere Winter- und Frühjahrsaufgaben in der Natur haben wir alleine oder in Kleinstgruppen und mit viel Abstand erledigen können. Auch unser NABU-Landesverband ist trotz Corona weiter aktiv, Meetings und der Austausch von Informationen erfolgen ausschließlich in online-Konferenzen. 

Da wir leider jetzt schon ein ganzes Jahr unseren monatlichen Stammtisch nicht mehr anbieten können, nutzen auch wir in unserer Ortsgruppe die online-Möglichkeiten und tauschen uns so aus. Es wäre schön, wenn noch mehr von unseren Mitstreitern an unseren virtuellen Meetings teilnehmen würden. Wenn Sie auch gerne dabei wären, dann melden Sie sich bitte 

Ein Osterspaziergang an der Unteren Rems:

Wenn wir schon keine gemeinsamen Exkursionen machen können, so empfehlen wir einen Spaziergang entlang der Rems von Neustadt Richtung Neckarrems. Das Naturschutzgebiet „Untere Rems“ ist landschaftlich sehr schön und man kann gerade jetzt viele interessante Naturbeobachtungen machen. Es blüht die Scilla, das Buschwindröschen, der Lerchensporn, der Gelbe Ackerstern, die Schuppenwurz und vieles andere mehr. Viele Vögel singen und mit etwas Glück kann man den Eisvogel oder den Gänsesäger beobachten. Auch die Zugvögel kommen zurück. So waren bereits der erste Zilpzalp und die erste Mönchsgrasmücke zu hören!

Wir wünschen Euch/Ihnen und Euren/Ihren Familien frohe Ostertage und die Hoffnung auf ein Ende der Einschränkungen in der Pandemie, wenn viele von uns einen Impfschutz haben werden. 

Viel Spaß beim Osterspaziergang, passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund! 


Auch in Corona-Zeiten – Bürgerinnen und Bürger pflegen ihre Stadt

 

Weinstadt: Auch unter den erschwerten Bedingungen durch Corona fand sich eine stattliche Anzahl von Mitgliedern des Obstbauverein Endersbach (OBV-E) und des Naturschutzbundes Weinstadt (NABU) am 13. März und am Folgesamstag zusammen, um bei der Mühlbachputzete auch in diesem Jahr ihren schon zur Tradition gewordenen Beitrag zur Pflege dieses orts- und naturnahen Lebensraums zu leisten. Über den Erhalt des Mühlbachs als geschichtsträchtigem Ort hinaus bietet dieser Naturraum beliebte Möglichkeiten für die Naherholung für Jung und Alt, besonders auch für die BewohnerInnen des nahegelegenen Otto-Mühlschlegel-Hauses.

Bedingt durch Corona haben sich engagierte Mitglieder aus dem Obstbauverein Endersbach (OBV-E) und aus dem Naturschutzbund Weinstadt (NABU) spontan, aber ohne großes Aufsehen am 13. März und am Folgesamstag zusammengefunden, um ihren schon zur Tradition gewordenen Beitrag zur Sauberhaltung ihrer Stadt zu leisten. Weil Corona eine großangelegte offizielle Stadtputzte in diesem Jahr nicht zuließ, haben sich die Organisatoren in den beiden Vereinen zusammengetan und ein Konzept für die Aktion erarbeitet, das dem weitläufigen Ziel des Projekts einerseits und den Anforderungen der Pandemie andererseits uneingeschränkt gerecht werden konnte. Der Bauhof der Stadt Weinstadt hat das Vorhaben tatkräftig unterstützt. 

Über die „Buschtrommel“ konnte eine stattliche Anzahl von Helferinnen und Helfern gewonnen werden, die sich an den beiden Projekttagen mit Spaten, Hacken, Rechen, Gummistiefeln und anderem Gerät am Mühlbach einfanden um diesen von Unmengen an Unrat, Müll, Schlamm und Gestrüpp zu befreien. Dank der mühevollen Arbeit der Aktiven kann das Gewässer jetzt wieder ungehindert der Endersbacher Mühle zufließen, der er in früheren Zeiten als Energiequelle diente. Neben dem körperlichen Einsatz kam auch das Gesellige nicht zu kurz. Für das leibliche Wohl sorgten HelferInnen, sodass sich Fleiß und Spaß verbinden ließen – unter strikter Einhaltung der aktuell erforderlichen Abstands- und Hygieneregeln. 

Über die Sauberhaltung des Bachlaufs hinaus, hat die jährliche Aktion eine hohe Bedeutung für den Erhalt des ortsnahen und naturnahen Lebensraums für eine reiche Pflanzen- und Tierwelt. Als gut erschlossenes Gebiet bietet sie auch beeinträchtigten BewohnerInnen des nahegelegenen Otto-Mühlschlegel-Hauses einen unbeschwerten Zugang zur Natur. Für unzählige BürgerInnen, Jung und Alt, ist das Gebiet um den Mühlbach ein anregungsreicher Erlebnisraum und ein beliebter Weg für den sonntäglichen Spaziergang. 

Die Gemeinschaftsaktion hat eindrucksvoll gezeigt, dass das ehrenamtliche Engagement von entschlossen zupackenden BürgerInnen viel bewirken kann und für ein gelingendes Gemeinwesen unverzichtbar ist. Dass die „Buschtrommel“ offensichtlich bestens funktioniert hat, ist ein Beleg für die immer noch funktionierende Dorfgemeinschaft in Endersbach und in den anderen Stadtteilen von Weinstadt. 

Aktuell haben die Beteiligten unter Beweis gestellt, dass man auch in Zeiten der durch die Umstände der Pandemie erzwungenen Distanz zwischen den Menschen auf die „analoge“ Begegnung nicht verzichten und sie gewinnbringend gestalten kann. Man kann einen Mühlbach nicht „digital“ putzen -und „Homeoffice“ hilft da auch nicht weiter. Es kommt heute und auch in Zukunft auf Menschen an, die ein gemeinsames Ziel verfolgen und sich für seine Verwirklichung einsetzen – „mit der Hand unter dem Arm“. Hier waren BürgerInnen am Werk, die sich nicht mit der Rolle des unbeteiligten Ratgebers abfinden, sondern zum Nutzen aller etwas praktisch bewirken wollen.      

Hans-Jörg Polzer


Der Vogel des Jahres 2021:

Das Rotkehlchen

Hier ist er, der „Vogel des Jahres" 2021: das Rotkehlchen! Mit der Wahlbotschaft „Mehr Gartenvielfalt" hat das Rotkehlchen den Sieg eingeflogen. Wir gratulieren dem kleinen Sympathieträger, er ist Nachfolger der Turteltaube, dem Vogel das Jahres 2020. 

 

Erstmals wurde der Vogel des Jahres in einer öffentlichen Wahl in zwei Phasen entschieden. Nach einer Vorwahl wurden aus insgesamt 307 Vogelarten die Top-Ten-Kandidaten ermittelt. Insgesamt 450.000 Teilnehmende haben sich an der Vor- und Hauptwahl zum beteiligt und gemeinsam ihren Lieblingsvogel gekürt. Unsere Vogelwahl zeigt damit: Das Interesse an der heimischen Vogelwelt ist größer denn je. Das hat den NABU darin bestätigt, den „Vogel des Jahres“ auch weiterhin öffentlich wählen zu lassen. Eine Fachjury des NABU wird künftig fünf geeignete Kandidaten auswählen und im Herbst zur öffentlichen Wahl stellen.

 

Die orange-roten Federn um den Schnabel und an der Brust geben dem Rotkehlchen seinen Namen - sie machen ihn wiedererkennbar und dadurch offenbar auch beliebt. Der Gesangskünstler ist nun "Vogel des Jahres", er machte mit fast 60.000 Stimmen vor Rauchschwalbe und Kiebitz das Rennen um den Titel.

Sollte es die Pandemie möglich machen, dann wird der NABU Weinstadt im Rahmen des Programms des Weinstädter StadtSeniorenRates am 8. Juni das Rotkehlchen ausführlich vorstellen.

Wir werden in dieser NABU-Rubrik im Blättle oder auf unserer Homepage darüber informieren:


Handys für Hummel, Biene und Co.:

Mit Handy-Recycling Ressourcen schonen und NABU-Projekt fördern

NABU und Telefónica Deutschland Group arbeiten beim Thema Umweltschutz zusammen. Seit 2011 ist das Mobilfunkunternehmen Partner des NABU. Seit 2019 fließt das Geld aus dem Handy-Recycling in den NABU-Insektenschutzfond.

Durch die Handysammlung erhält der NABU einen jährlichen Zuschuss von seinem Partner Telefónica. Dieser jährliche Betrag erhöht sich, wenn beim Recyclingpartner AfB (Arbeit für Menschen mit Behinderung) zunehmend mehr Handys wiederaufbereitet und verkauft werden können. So kamen in den letzten beiden Jahren durch das Handyrecycling stolze € 125.000.- für den NABU-Insektenschutzfond zusammen.

 

Gute Gründe für Weitergabe, Reparatur und Recycling

Nach Angaben des Digitalverbands Bitkom schlummern mehr als 105 Millionen alte Handys und Smartphones in deutschen Schubladen. Ausgediente Handys in den Hausmüll zu werfen oder an illegale Händler zu geben, schadet der Umwelt und ist auch gesetzlich verboten. Zu viele Schadstoffe gelangen in die Umwelt. Seltene Rohstoffe gehen für eine Wiederverwertung verloren und unnötige Rohstoffe werden in Ländern des globalen Südens weiter abgebaut. Im Vordergrund steht für den NABU daher die Wiederaufbereitung und – falls möglich – Reparatur inklusive Austausch von Ersatzteilen von Mobilgeräten, um die Nutzungsdauer eines Handys oder Smartphones zu erhöhen. Eine Verlängerung der Nutzungsdauer spart z. Bsp. 58 Kilogramm CO2 und beim Recycling der NABU-Handys entstehen Rohstoff-Gewinne von bis zu einem Kilo Gold jährlich, ganz zu schweigen von den Umweltvorteilen (150820-nabu-umwelttipps-handys.pdf).

 

Wie können Sie uns unterstützen?

 

Vielleicht haben Sie, bedingt durch die momentane zwangsläufige „Corona-Pause“, zu Hause aufgeräumt und dabei alte Handys in Ihren Schubladen wiederentdeckt. Falls Sie Ihre alten Handys oder Smartphones nicht mehr brauchen, können Sie diese gerne dem NABU Weinstadt übergeben, wir leiten Ihre Geräte dann gesammelt als Spende weiter.

 

Hier ist die Abgabestelle:

Unser NABU-Briefkasten (direkt beim Eingang zur Spiess´schen Apotheke, Strümpfelbacher Straße 29 in Endersbach.

 

Wir danken Ihnen im Namen unserer geplagten Insektenwelt für Ihr Mitmachen!  


Zeit für den Frühjahrsputz in den Nistkästen

Die Zeiten der Landschaften voller dichter grüner Hecken, Gebüschen und mit Bäumen durchsetzter Grasflächen, die natürliche Brutgebiete unserer heimischen Vögel sind, sind schon seit längerem vorbei. Eine einfache und schnelle Möglichkeit, Vögeln Ersatz für die zerstörten natürlichen Brutplätze zu bieten, ist das Aufstellen bzw. Aufhängen von Nistkästen.

 

Der NABU hat daher u. a. rund um den Karlstein, dem Käppele, auf den beiden Endersbacher Friedhöfen und dem Klingenkopf zahlreiche Nistkästen aufgehängt, die mit dem NABU-Schriftzug versehen sind.

 

Wenn die Vögel jedoch nach Ende der Brutzeit die „Wohnung“ wieder verlassen, tun sie dies in der Regel nicht besenrein. Daher übernimmt der NABU alljährlich den Großputz der von ihm aufgehängten Nisthöhlen, um die Behausungen für die nächsten Benutzer wieder bewohnbar zu machen.

 

Es gibt jedoch auch zahlreiche private und städtische Nisthöhlen, die nicht vom NABU betreut werden, die jedoch auch gewartet werden sollten. Dabei sollen die nachfolgenden Informationen helfen.

 

Eigentlich ist der Spätsommer für die Nistkastenreinigung die ideale Zeit, weil die Kästen dann noch weitgehend frei von Nachmietern sind. Sobald der Herbst kommt, richten sich nämlich viele Kleintiere, darunter nützliche und bedrohte Arten, für das Winterhalbjahr in den Nisthöhlen ein. Dazu zählen Ohrwürmer, Florfliegen, Wespen- und Hummelköniginnen und Säugetiere wie verschiedene Mäusearten und Fledermäuse. Zudem übernachten einige Vogelarten wie etwa Meisen in kalten Winternächten gerne in den Nisthöhlen.

 

Wer es im Spätsommer jedoch nicht mehr schafft, kann seine Nisthöhle auch erst zum Winterende (bis spätestens Ende Februar) reinigen – also unmittelbar vor der Brutzeit. Es ist dann allerdings nicht ganz einfach, den richtigen Zeitpunkt abzupassen, da einige Vögel schon sehr früh mit dem Brutgeschäft beginnen.

 

Zum Reinigen dürfen niemals scharfe chemische Reinigungsmittel oder gar Desinfektionsmittel verwendet werden. Es reicht, wenn der Kasten gründlich ausgefegt oder ausgekratzt wird. Dabei gilt es, das alte Nest mitsamt den darin lebenden Parasiten wie Vogelflöhe, Milben, Zecken und manchmal auch verendeten Jungvögel aus dem Kasten zu entfernen. Beim Reinigen empfiehlt es sich jedoch, einen Mundschutz zu tragen, um eben diese Parasiten und den getrockneten Kotstaub nicht einzuatmen.

 

Vor Überraschungen ist man bei der Nistkastensäuberung nie gefeit. Es empfiehlt sich daher, bei den zu kontrollierenden Nisthöhlen kurz anzuklopfen, damit der mögliche derzeitige Hauseigentümer – etwa eine Hasel- oder eine Waldmaus – gewarnt ist und die Behausung verlassen kann. Man erspart sich dadurch so manchen unliebsamen Schrecken, der unter Umständen mit einem Sturz von der Leiter enden kann.

 

Auch der Siebenschläfer hält sich oft in Vogel-Nistkästen auf. Dabei ist das Verhältnis zu den gefiederten Hausbesitzern in der Regel unproblematisch, da der graue Schläfer die Vogelbehausung meist erst aufsucht, wenn die Vögel schon ausgeflogen sind. Für die Überwinterung ab Ende Oktober nutzen die Schläfer dann aber lieber Erdhöhlen, weil diese frostsicherer als die kleinen Nisthöhlen sind. Jedoch haben sie die Behausung der Vorbesitzer gründlich umgebaut und verschmutzt, so dass auch diese Hinterlassenschaften beseitigt werden müssen.

 

Der NABU hat bereits dieses Wochenende mit der Nistkastenpflege begonnen. Obwohl noch nicht alle Nistkastenbelegungen erfasst sind, lassen sich doch zwei Tendenzen erkennen.

Zum einen ist die Nistkastenbelegung höher als im vergangenen Jahr, was grundsätzlich sehr positiv ist.

Zum anderen ist jedoch auffällig, dass es deutlich weniger Spatzennester gab. Sollte dies eine Bestätigung der deutschlandweiten Entwicklung sein, die den Spatz auf die Liste der gefährdeten Tierarten brachte? Eigentlich unvorstellbar, dass diese drolligen Gesellen, die nahezu jedes Kind, jeder Bürger kennt, irgendwann nicht mehr da sein sollen!

Daher müssen wir alle die Ärmel hochkrempeln und, wenn schon keine natürlichen Brutmöglichkeiten, so doch zumindest Hilfskonstrukte, wie die Nistkästen anbieten. Diese müssen dann aber auch gepflegt werden, damit der „kleine freche Spatz“ nicht nur als ein Kosewort in Erinnerung bleibt!

 

Jetzt ist daher noch die richtige Zeit für den Großputz. In diesem Sinne viel Spaß, er ist schneller erledigt als der Großputz in unserem eigenen Haus!


Eine Tasche für den Naturschutz

Auch mitten in der Pandemie ist es wichtig, den Klima- und Naturschutz nicht zu vergessen und es ist immer wichtig, sich dafür einzusetzen!

So hörten wir letztes Jahr von einer Aktion der Stiftsapotheke Beutelsbach, die Stofftaschen an ihre Kunden und Kundinnen verkaufen und den Erlös hieraus den Naturschutzvereinen BUND und NABU Weinstadt zukommen lassen wollten.

Wirklich überrascht waren wir letzte Woche, als dann ein beträchtlicher Spendenbetrag auf unserem Konto eingegangen ist!

Der BUND und der NABU Weinstadt bedanken sich ganz herzlich bei den Mitarbeitern der Stiftsapotheke, ausdrücklich bei Herrn Wolff für die tolle Idee und natürlich bei allen Kunden und Kundinnen der Apotheke für Ihre Spende!

 

Wir werden den Spendenbetrag bei unseren Projekten für den Weinstädter Naturschutz mit viel Freude und Dankbarkeit einsetzen!


Wie Vögel die Kälte überstehen

Überwinterungsstrategien in den kalten Monaten

Während Schwalben, Stare oder Wespenbussarde die Wintermonate in wärmeren Gefilden verbringen, harren „Standvögel“ wie Amsel, Meise oder Spatz hier bei uns aus. Um die kalten Tage zu überstehen, haben sie
unterschiedliche Strategien entwickelt.
  

Isolationsschicht schützt vor Minusgraden: Die meisten Vögel übernachten aufgeplustert und gut geschützt in Gebüschen oder an Baumstämmen. Durch das Aufplustern entsteht um den Vogelkörper eine isolierende Luftschicht, die vor Minusgraden sehr effektiv schützt. Höhlenbrüter wie Kohlmeisen nutzen auch gerne Nischen, Spechthöhlen oder unsere aufgehängten Nistkästen zum Übernachten.  

Gemeinsam gegen die Kälte:  

Während Amseln oder Meisen alleine übernachten, finden sich zum Beispiel Rabenkrähen und Kolkraben jeweils in großen Schlafgemeinschaften zusammen. Die lärmenden Versammlungen bieten Schutz vor Feinden und Kälte gleichermaßen. Zugleich dienen sie dem Informationsaustausch über geeignete Nahrungsquellen, die man am nächsten Tag anfliegen kann. Zaunkönige und Baumläufer kuscheln sich in kalten Winternächten im
Gebüsch oder Unterholz
eng zusammen. So wärmen sie sich gegenseitig und sparen Energie.  

Futtermangel macht erfinderisch:  

Neben den frostigen Temperaturen werden die kurzen Tage und insbesondere gegen Ende des Winters auch das geringere Nahrungsangebot zur Herausforderung für unsere heimische Vogelwelt. Dann gilt es, sich ausreichend Brennstoff für die Nacht anzufuttern und möglichst schnell möglichst energiereiche Nahrung zu finden. Eichel- und Tannenhäher legen Vorratsdepots von Nüssen an, an deren Position sie sich exakt erinnern und die sie auch im Schnee wiederfinden können. Goldhähnchen hingegen leben im Winter ernährungstechnisch ‚auf Kante'. Sie finden zwar selbst jetzt in Wäldern winzige Insekten – aber nur in Mengen, die gerade ausreichen, um über die Nacht zu kommen. Morgens müssen sie dann gleich weiterfuttern.  

Jetzt Vögel füttern! NABU gibt Tipps zur richtigen Vogelfütterung:
Das aktuelle Auf und Ab der Temperaturen hat Meisen und Co schon in Balzstimmung versetzt, aber der  inter kehrt immer wieder mal zurück. Den possierlich-  kleinen Singvögeln verlangen die tiefen Temperaturen wegen des ungünstigen Verhältnisses von Körpervolumen zur Oberfläche einiges an Energie
ab. Den notwendigen „Brennstoff“ suchen die Tiere daher gerne auch am Futterhaus. Für unsere heimischen Waldvögel hat der NABU Weinstadt letztes
Jahr beim Waldkindergarten oberhalb des Karlsteins eine neue Winterfutterstelle aufgebaut.
 

 

Wenn eine Meise einen halben Tag ohne Futter ist, kann sie schon sterben. Eine Futterstelle im Garten, auf dem Balkon oder am Fenster kann da schon helfen. Bei Schnee und Eis kommt man der Vogelwelt so nahe wie sonst zu keiner Zeit des Jahres. Eine tolle Möglichkeit zur Naturbeobachtung, die aber  unbedingt richtig betrieben werden muss, soll sie den Vögeln nützen und nicht schaden.

 

Wie wird nun richtig gefüttert? Zunächst sollte man sich ein vernünftiges Futtergerät zulegen oder selber bauen. So genannte Futtersilos sind die beste Lösung. Hier bleibt das Futter trocken und kommt nicht mit dem Vogelkot in
Berührung. Sonst können die Vögel sehr schnell an Salmonellen und anderen Infektionen erkranken. Die bekannten Futterhäuschen, bei denen das Futter nass und durch Kot verunreinigt werden kann, sind deshalb weniger geeignet. Passiert dies trotzdem, so sollte man sich auf jedem Fall die Mühe machen,
alle zwei Tage den Futterplatz gründlich zu säubern.  

Auf gar keinem Fall sollte man Speisereste, wie z. B. Backwaren anbieten. Es schimmelt schnell und trockenes Brot quillt in den Mägen der Vögel und entzieht dem kleinen Körper Wasser und wegen des vollen Magens trinken sie nicht mehr ausreichend. Auch Gesalzenes oder Süßes darf nicht angeboten werden. Als Futter sind die handelsüblichen Körnermischungen, Haferflocken und Kleie gut geeignet. Wer einen „Meisen-Magneten“ am Fenster haben möchte, sollte mit ungerösteten Erdnüssen oder einem Meisenknödel füttern.  

 


Winterspaziergang an der Rems –

und jetzt schon an unsere gefährdeten Wildbienen denken!

Der NABU Weinstadt kann den Naturschutzfreunden und seinen Mitgliedern leider noch kein offizielles Programm anbieten. In all den Jahren zuvor waren Sie es gewohnt, in diesen Tagen und Wochen unser Jahresprogramm in den Auslagen der Stadt oder der Einzelhändler, die uns unterstützen, zu finden. Aufgrund der aktuellen Pandemie und den geltenden Einschränkungen werden wir Sie jedoch zeitnah über unser Programm 2021 informieren, sobald es wieder erlaubt sein wird, Führungen durchzuführen.

Gerade auch in dieser Jahreszeit kann man sehr schöne Naturbeobachtungen machen: Ganz früh morgens oder abends nach Einbruch der Dämmerung kann man mit etwas Glück in der Nähe alter Bäume oder von Waldstücken die schaurig-schönen Balzrufe des Waldkauzes hören. Seine Paarungszeit hat bereits im Herbst begonnen und dauert bis zum Frühjahr an.

Bei einem Spaziergang durch unsere entlaubten Streuobstwiesen sieht man ganze Schwärme von Wacholderdrosseln und man kann jetzt auch sehr gut erkennen, wie schlecht es teilweise um unsere Obstbäume bestellt ist: ein Pflegeschnitt und das Entfernen der Misteln sind jetzt dringend zu empfehlen – vielleicht ist dadurch der eine oder andere Apfelbaum noch zu retten.

Aber auch bei einem Winterspaziergang an der Rems kann man zur Zeit interessante Beobachtungen machen: an der Birkelspitze in Endersbach findet man ein Gänsesäger-Ehepaar und Stockenten, auf dem Weg nach Großheppach trifft man Blesshühner und Teichhühner und von der Stuttgarter Holzbrücke bei der Mühlwiese mit Blickrichtung Grunbach kann man mit ein bisschen Geduld dem Eisvogel beim Fischen zuschauen.

Jetzt ist auch die Zeit, Nistmöglichkeiten für unsere solitär lebenden Wildbienen zu bauen, die wir dann auf unserem Balkon, auf der Terrasse oder im Garten bis spätestens Anfang März aufstellen sollten. Der NABU Weinstadt hat aktuell einen neuen Flyer mit Anleitung für einfache Nistmöglichkeiten erstellt, den wir für Sie in einem Infokasten an unserer Wildbienenwand zum Mitnehmen bereitstellen (zu finden am Radweg zwischen Trappeler und Großheppach bei der Fischerhütte). Mit ein bisschen handwerklichem Geschick ist das eine kleine aber so wichtige Bastelarbeit zum Schutz unserer bedrohten Wildbienen. Unsere Kinder und Enkel freuen sich bestimmt, wenn Sie den friedlichen Wildbienen helfen und aus nächster Nähe beobachten können.

Nähere Auskünfte und viele Informationen rund um das Thema Wildbienen finden Sie auch auf unserer Homepage.

 

Passen Sie auf sich und Andere auf und blieben Sie gesund!


Eisvogel

Waldkauz

Gänsesäger



Stunde der Wintervögel - Vögel beobachten und zählen

Vom 8. bis 10. Januar 2021 findet zum elften Mal die bundesweite „Stunde der Wintervögel“ statt: Der NABU ruft alle Naturfreunde auf, eine Stunde lang die Vögel am Futterhäuschen, im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der Aktion stehen vertraute und oft weit verbreitete Vogelarten wie Meisen, Finken, Rotkehlchen und Spatzen.

Welche Vögel sind noch da? Ein besonderer Augenmerk auf die Blaumeise:

Im vergangenen Frühjahr war in weiten Teilen Deutschlands eine durch das Bakterium Suttonella ornithocola ausgelöste Epidemie aufgetreten, der Tausende Blaumeisen zum Opfer fielen. Bei der jüngsten großen Vogelzählung, der „Stunde der Gartenvögel“ im Mai, wurden entsprechend weniger Blaumeisen beobachtet. Für die Vogelexperten des NABU ist es spannend herauszufinden, ob dieser Effekt im Winter noch spürbar ist.

Mitmachen bei der Stunde der Wintervögel ist ganz einfach: Jeder kann eine Stunde lang die Vögel zählen und dem NABU melden. Von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus wird von jeder Art die höchste Anzahl notiert, die im Laufe einer Stunde gleichzeitig zu beobachten ist. Die Beobachtungen vom 8. bis 10. Januar können noch bis zum 18. Januar über die Homepage des NABU gemeldet werden:

https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/stunde-der-wintervoegel


Artenschutz vor unserer Haustüre:

So kommen die Igel besser durch den Winter

Für unsere kleinen stacheligen Freunde ist der Herbst die heiße Phase, um sich auf den Winterschlaf vorzubereiten. Daher heißt es derzeit „Futtern was das Zeug hält“. Denn während ihres bis zu einem halben Jahr andauernden Schlafes verlieren sie zwischen zwanzig und vierzig Prozent ihres Gewichts. Um möglichst fette Beute zu machen, bevor das Nahrungsangebot an Käfern, Schnecken und Spinnen knapp wird, sind die sonst nachtaktiven Stacheltiere im Herbst auch am Tag auf Achse. Auf der Suche nach Nahrung überqueren die stacheligen Gartenbewohner dabei vor allem in den Abendstunden hin und wieder auch Straßen, die für sie oft zur tödlichen Falle werden. Daher ist jetzt eine gute Zeit, den putzigen Gesellen im heimischen Garten zu helfen und ihnen ausreichend Unterschlupf und Nahrung zu bieten.

Grundsätzlich gilt jedoch: Wer einen Igel findet, sollte ihn auf keinen Fall anfassen. Die derzeit scheinbar umherirrenden Tiere befinden sich intensiv auf Nahrungssuche, um sich noch rechtzeitig ausreichend Winterspeck anzufressen. Naturfreunde können den niedlichen und nützlichen Gartenbewohnern helfen, indem sie eine Tränke und eine Futterstelle aufstellen und die Igel so bei der Nahrungssuche unterstützen. Oft kommen die Tiere regelmäßig abends zu bekannten Futterstellen. Für den Futterteller eignet sich ein Gemisch aus Katzenfutter, Igeltrockenfutter und ungewürztem Rührei. Auf keinen Fall sollten Speisereste oder Obst gefüttert werden, auch Milch vertragen Igel absolut nicht. Verfüttern Sie niemals rohes Fleisch an Igel. Um Krankheiten zu vermeiden, müssen Futterreste täglich entfernt und das Wasser erneuert werden. Doch auch vor Mitfressern (z.B. Katzen, Ratten, Marder etc.) oder vor Regen sollte das Futter geschützt sein.

Wann ist ein Igel hilfsbedürftig?
Bei Zweifeln, ob ein Eingreifen erforderlich ist, sollte immer eine Igelpflegestelle kontaktiert werden. Ein Wildtier sollte nur dann der Natur entnommen werden, wenn definitiv eine Hilfsbedürftigkeit vorliegt. Diese kann man zwar nicht allein an einem Gewichtswert fest machen, jedoch sind Gewichte von weniger als 600 Gramm sowohl für Jung- als auch für Altigel in der Regel nicht ausreichend, um heil durch den Winter zu kommen..

Außerdem benötigen Igel Hilfe bei
- Verletzungen
- nach einem Sturz in Gruben, Lichtschächte, Treppenaufgänge etc.
- Krankheitsanzeichen wie zielloses Umherlaufen, husten, torkeln, liegenbleiben, fehlendem Zusammenrollen, Abmagerung, eingefallenen und schlitzförmigen Augen
- verwaiste Jungigel, die sich tagsüber außerhalb des Nestes befinden mit noch geschlossenen Augen und Ohren und die evtl. ausgekühlt sind
- Igel, die im Winter tagsüber oder nach Dauerfrost und Schnee umherlaufen


Zur Erstversorgung sollten besonders Jungtiere zunächst warmgehalten werden, indem sie in ein Tuch oder eine Jacke gehüllt werden; kein Rotlicht!. Keinesfalls sofort Futter oder Trinken anbieten, sondern Kontakt mit einer Igelpflegestelle aufnehmen. Verletzte Tiere müssen einem wildtiererfahrenen Tierarzt vorgestellt werden. Bitte unbedingt auf Eigenschutz achten, d.h. die Tiere am besten mit Handschuhen anfassen.

Beim Fund eines hilflosen Igels sollte am Fundort ggf. nach weiteren betroffenen Geschwistern in der Umgebung gesucht werden. Ein tagaktiver Igel sollte immer genau begutachtet werden, da dies fast immer ein Zeichen für ein Krankheitsgeschehen ist. Sind Parasiten wie Flöhe, Zecken und vor allem Fliegeneier auf dem Igel zu finden, müssen diese umgehend entfernt werden. Dazu keinesfalls Parasiten- oder Spot-on-Mittel verwenden, sondern die Lästlinge manuell mit Hilfe einer Zeckenzange, Pinzette, Flohkamm oder einer unbenutzten Wimpernbürste entfernen.

Die beste Igelhilfe ist ein naturnah gestalteter Garten, denn dort finden sie genügend Käfer, Regenwürmer, Schnecken und Spinnen. Schon eine verwilderte Ecke kann ausreichen, um einen kleinen Igellebensraum zu schaffen. Vor allem Laub-, Reisig- und Totholzhaufen bieten ihm willkommenen Unterschlupf. Doch auch künstliche Verstecke werden jederzeit gerne angenommen, und das nicht nur für den Winterschlaf. Die sogenannten Igelburgen können ohne großen Aufwand selbst gebaut werden. Um Igel vor Verletzungen und Vergiftungen zu schützen, sind Gifte und Mähroboter sowie Laubsauger im Garten tabu.

 

 

Der NABU gibt Naturfreunden Tipps, wie sie einfache Igelburgen anlegen und die Tiere durch richtige Zufütterung unterstützen können. So überstehen die Igel sicher und gut gerüstet die kältere Winterzeit.


Streuobstwiesen-Spaziergang

NABU informiert über seine Projekte in den Streuobstwiesen

Ohne Corona hätten die Weinstädter Obst- und Naturschutzvereine am nächsten Sonntag den 10. Streuobsttag gefeiert. Dieses Jahr ist leider vieles anders und als kleinen Ersatz bietet daher der NABU Weinstadt dieses Jahr einen kleinen Spaziergang mit Informationen rund das Thema Streuobst an.

 

Die Führung wird von Dr. Hermann Spiess und Claus Hainbuch geleitet.

Wir starten in der Auberlenstraße am Ortsrand von Endersbach und besuchen als erstes die Weinstädter Museums-Streuobstwiese mit ihren alten heimischen Obstsorten. Auf dem Spaziergang erfahren Sie neben historischen Informationen zum Streuobst Interessantes und Wissenswertes zu den NABU-Projekten Nisthöhlenbetreuung, Steinkauz-Projekt und unseren Aktivitäten zum Artenschutz für die Wildbienen.

Bitte festes Schuhwerk anziehen, da wir teilweise auf unbefestigten Wegen unterwegs sind. Wir limitieren die Anzahl der Teilnehmer auf 15 Personen und bitten die Interessierten, sich rechtzeitig anzumelden!

 

Wann:                  am Sonntag 18. Oktober um 14 Uhr, Dauer ca. 90 min.

TN-Zahl:              begrenzt auf 15 Personen, es zählt die Reihenfolge der Anmeldung.

Anmeldung:      bis zum 16.10. bei Hermann Spiess, per Mail unter Vorstand@NABU-Weinstadt.de oder telefonisch unter 07151-61585.

Treffpunkt:        Ecke Auberlenstraße/Mühläckerstraße (am Ortsrand von Endersbach).

TN-Gebühr:       keine

 

 

Corona-Regeln:               Bitte Alltagsmaske mitbringen und nehmen Sie nur dann teil, wenn Sie gesund sind und keinen Kontakt zu einem Corona-Erkrankten in den letzten 2 Wochen hatten.


Pilze in Weinstadts Wäldern         NABU veranstaltet eine Führung zum Kennenlernen und zum artgerechten Sammeln der Pilze

 

Der für die Natur so lang ersehnte Regen fiel endlich am letzten Wochenende und erhöht damit unsere Hoffnungen, auch dieses Jahr wieder in unseren Wäldern Pilze zu finden. Letztes Jahr war unsere Pilzführung sehr gut besucht. Insbesondere auch wegen der Corona-Situation bieten wir dieses Jahr zwei Führungen an, und zwar am Sonntag, den 11. und 18. Oktober.

 

 

 Wir limitieren die Anzahl der Teilnehmer auf 16 Personen und bitten die Interessierten, sich rechtzeitig anzumelden! Die Führung wird von Dr. Hennecke geleitet. Er startet seine Führung mit einer kleinen Einführung von ca. 20 Minuten über artgerechtes Pilzesammeln und einer groben Pilzbestimmung.

 

Bitte festes Schuhwerk anziehen, da wir auf unbefestigten Wegen unterwegs sind

 

Wann:                        jeweils am Sonntag, am 11. und am 18.Oktober von 9.00 bis ca. 11.30 Uhr

 

TN-Zahl:                    begrenzt auf jeweils 16 Personen, es zählt die Reihenfolge der Anmeldung

 

Anmeldung:             bis zum 9.10. bei Claus Hainbuch, per Mail unter c.hai@t-online.de oder                          telefonisch unter 0151 2885 6825.

 

Treffpunkt:               Wanderparkplatz „Beutelsbach/Zolterbach“ zwischen Schnait und Baach

 

TN-Gebühr:              Für NABU-Mitglieder ist die Teilnahme kostenfrei, Nichtmitglieder bitten wir                                              um einen Obolus von 10 Euro pro Person.

 

Corona-Regeln:        Bitte Alltagsmaske mitbringen und nehmen Sie nur dann teil, wenn Sie gesund   sind und keinen Kontakt zu einem Corona-Erkrankten in den letzten 2 Wochen hatten.

 

 

 

 


Aktuell: Hochallergene Ambrosien auf dem Vormarsch

Das Beifußblättrige Traubenkraut (Ambrosia artemisiifolia), ist ein Neophyt, der in Nordamerika weit verbreitet ist und von dort unbeabsichtigt nach Europa gebracht wurde. Als Ruderalpflanze wächst es besonders auf gestörten Böden, so beispielsweise an Straßenrändern, in Kiesgruben, an Bahndämmen, auf Baustellen und Schutthalden. Inzwischen ist es aber in einigen Gärten auch hier im Remstal zu finden. 

Die Ambrosie ist eine einjährige, im Frühjahr keimende, aromatisch duftende Pflanze, die sich durch Windbestäubung vermehrt.

Um das Jahr 2000 kam es zu einer genetischen Mutation, nach der die Samen auch Frost vertrugen. Danach konnten die Samen auch in Mitteleuropa die Fruchtreife erlangen und sich auch hier stark verbreiten.

Für Allergiker stellt das vermehrte Auftreten von Ambrosia zwei zusätzliche Probleme dar. Zum einen gehören die Pollen zu den stärksten Verursachern von Allergien und zum anderen verlängert sich die Pollensaison für Allergiker um bis zu zwei Monate, da die Hauptflugzeit der Pollen im August und September stattfindet. Die Blüten produzieren dabei bis zu einer Milliarde Pollen pro Pflanze.

 

Die Ambrosie kann leicht mit dem Gemeinen oder Gewöhnlichen Beifuss (Artemisia vulgaris) verwechselt werden. Im Unterschied zum Gemeinen Beifuß ist die Blattunterseite der doppelt bis dreifach gefiederten und lang gestielten Blätter der Ambrosie grün (beim Beifuß grauweiß-filzig behaart) und die Pflanze ist einjährig (Beifuß bildet als ausdauernde Pflanze ein dichtes Wurzelwerk aus). Außerdem sind die reich verzweigten Stängel der Ambrosie leicht behaart und die Blütenstände gedrungener.

In Deutschland besteht zurzeit noch keine generelle Meldepflicht. Das Landesamt für Umwelt Baden-Württemberg bittet jedoch um Meldung größerer Bestände, um die Pflanze erfolgreich eindämmen zu können.

Bekämpfung

Bei der Bekämpfung ist die gesamte Pflanze einschließlich der Wurzeln möglichst vor der Blüte (Ende Juli bis Ende September) auszureißen. Mit den ersten reifen Samen ist Ende August zu rechnen. Gemähte oder abgehackte Pflanzen treiben wieder aus und bilden innerhalb von zwei Monaten erneut reife Samen. Die Samen sind sehr widerstandsfähig und können bis zu 40 Jahre keimfähig bleiben. Da es sich bei den Allergenen von Ambrosia um sogenannte Kontaktallergene handelt, sollte die Pflanze nur mit Handschuhen berührt werden. Vor allem während der Blütezeit ist Atemschutz sehr empfehlenswert. 

Die Entsorgung sollte in einer Plastiktüte mit dem Restmüll erfolgen. Eine Beseitigung über den Biomüll oder als Grüngut ist nicht ausreichend, da hier noch Samen ausreifen können. Allergiker sollten diese Pflanze grundsätzlich meiden. Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, sollten insbesondere im Sommer die Bereiche um Vogelfutterplätze im Garten kontrolliert werden.

Vorkommen auf öffentlichem Grund sollte man den für die Grünflächen zuständigen kommunalen Ämtern oder dem NABU melden. In Weinstadt ist dies z. B. die Stadtgärtnerei. Da die Samen mehrere Jahre überdauern können, sollte man Stellen mit früheren Vorkommen auch über mehrere Jahre kontrollieren.

 

Seit Januar 2012 ist der Handel und die Einfuhr ambrosiahaltiger Futtermittel durch EU-Verordnung zwar verboten, aber da die Samen mehrere Jahre keimfähig sind und vor allem billiges Vogelfutter aus Osteuropa immer noch geringe Mengen von Ambrosiasamen enthalten kann, lohnt sich die Überprüfung der Futterstellen.

 

Dem Vogelfreund empfiehlt der NABU für die nächste Winterfütterungssaison, nur hochwertiges und speziell gereinigtes Vogelfutter aus dem Fachhandel zu kaufen. Denn besonders billige Futtermittel enthielten noch kleine Mengen an Ambrosiasamen. Wer ganz sicher gehen will, kann sich das nächste Winterfutter aber auch selbst mischen.

 

 

Die Erfahrungen in anderen europäischen Ländern haben jedoch gezeigt, dass es sehr schwierig ist, eine Verbreitung ganz zu verhindern.


NABU-Grill-Hocketse

Seit Beginn des Corona-Lockdowns musste der NABU Weinstadt leider alle Veranstaltungen absagen. 

Sollte es die Situation zulassen, dann werden wir nach den Sommerferien vorsichtig die Termine unseres Jahrprogramms wieder aufnehmen.

Wir werden Euch dann wie gewohnt rechtzeitig an dieser Stelle informieren. Mit unserem Grillfestle wollen wir schon jetzt starten!

 

NABU Grill - Hocketse

 

Am Freitag, den 21. August ab 16:00 Uhr findet im Schachen bei Strümpfelbach unser Grillfest statt. 

Bitte bringt Euer Grillgut (Fleisch, Würste, etc.) selbst mit.

Für alkoholfreie Getränke und für den Grill ist wieder gesorgt.

 

Anmeldung

Damit wir planen können, meldet Euch bitte bis Mittwoch 19. August bei Hermann Spiess per Telefon (61585) oder per Mail an.

Unsere Mailadresse: info@nabu-weinstadt.de

 

Sitzgelegenheiten, Hygienekonzept: 

Wir sorgen für Desinfektionsspray und werden auch die Möglichkeit anbieten, die Hände mit Seife zu waschen. Ferner bitten wir Euch, Eure Mund-und-Nasen-Masken nicht zu vergessen.

Wir sorgen für Biertisch-Garnituren und ein paar Einzelsitz-Gelegenheiten. Damit wir auch auf der Wiese ausreichend Abstand halten können, bitten wir Euch, nach Möglichkeit auch eigene Sitzmöbel mitzubringen.

 

 

Wir freuen uns jetzt schon, Euch nach so langer Zeit hoffentlich gesund und munter wiederzusehen. Gäste sind, wie immer, herzlich willkommen.


„Renovierung“ unseres Steinhaufens für Zauneidechsen

Im Rahmen der Remstal-Gartenschau hatte der NABU Weinstadt im Winter 2018/19 mit einigen Helfern ein Steinhaufen-Refugium für Reptilien auf der Hochzeitswiese an der Rems in Großheppach angelegt (auf der Wiese oberhalb des Wildbienenhauses).

Wie erwartet, wurde das Refugium sehr schnell von den Zauneidechsen, die entsprechend des Bundes-Naturschutzgesetzes als streng geschützte Art definiert sind, angenommen. Der Drahtkäfig war notwendig, um die Eidechsen vor streunenden Katzen zu schützen. Der für die Eiablage der Eidechsen so notwendige Sand war innerhalb eines Jahres schon stark mit Gras zugewachsen und der Drahtkäfig der ersten Bauweise erwies sich in der Praxis als nicht gerade pflegeleicht.

Wir waren uns alle einig … „so kann des ned bleiba!“

Am ersten Samstag im Juli um 9:30 Uhr trafen sich Claus, Günther, Martin und Jürgen am oberen Ende der Hochzeitswiese. Der Steinhaufen für die Eidechsen sollte so umgestaltet werden, dass er nicht mehr zuwächst. Die Renovierung musste zügig erfolgen, damit die Eidechsen den neuen Sand noch für ihre diesjährige Eiablage, die noch bis Anfang August erfolgt, nutzen können.

Nach modernster agiler Projekt-Management-Methode wurden die Aufgaben verteilt: „I glaub, mir machet des jetzt so … ond des isch in zwoi Stond gmacht“.

Claus zeigte, was er beim Sensen-Kurs gelernt hat, Martin präparierte die Zugangsstaffel. Der Rest schleppte Werkzeug, Platten, Polygonsteine, Split und Sand zur „Großbaustelle“. Der alte Käfig wurde abgebaut, der Steinhaufen vom Grünzeug befreit, Erde ausgehoben, Split und Sand rein, Platten drauf und neue Vierkantpfosten (gestiftet von Martin) an jedem Eck versenkt, …

Die Eidechsen schauten ganz gespannt auf das Geschehen und hofften wohl, dass es zu keiner Mieterhöhung kommt. Um 13:30 waren die „Zwei Stunden“ rum und alle schauten unverletzt, durstig und zufrieden auf die runderneuerte 5-Sterne-Behausung. Wo die Weinstädter NABU Jungs hinlangen, wächst halt kein Gras mehr. Also …  Auftrag ausgeführt!

Ein paar Tage später wurde noch ein neuer und jetzt demontierbarer Drahtkäfig angebracht. Während der Renovierung waren die Zauneidechsen in die nahegelegenen Altholzstoß umgezogen, inzwischen wurde der Steinhaufen auch schon wieder bezogen. Und wenn jetzt noch der Regen kommt, dann wächst auch das Gras wieder, ohne die im Sand vergrabenen Eier der Zauneidechsen zu beschatten.

                                               vorher                                                                                                          nachher


Gärten des Grauens - Schottergärten

Warum Schottergärten Pflanzen, Tieren und dem Kleinklima schaden

Sauberkeit, Ordnung und der Krieg gegen das Unkraut gelten nach wie vor als Kardinaltugenden des Privatgärtners: „Die Natur bleibt ein nicht hinzunehmender Störenfried auf der heimischen Scholle“. Und das selbst in Zeiten von Flächenversiegelung und monströser Artenvernichtung.

 

Daher stellt sich mancher Gartenbesitzer die Frage: Schottergarten – warum nicht?

Diese Frage von Gartenbesitzern und Bauwilligen beantworten der Landesnaturschutzverband Baden-Württemberg (LNV) und NABU mit dem neuen, kompakten Info-Flyer „Versteinerte Gärten: Wie Schottergärten Pflanzen, Tieren und dem Kleinklima schaden“. Das Faltblatt ist ab sofort beim LNV zu beziehen sowie online als PDF abrufbar unter www.lnv-bw.de/schottergaerten

Wir wollen die Menschen davon überzeugen, lebendige Gärten anzulegen. Gärten, die Schmetterlingen, Vögeln und Hummeln Lebensraum bieten, die saubere Luft produzieren und zur Abkühlung unserer Siedlungen beitragen, statt sie immer wärmer zu machen. Ein steriler Schottergarten ist das genaue Gegenteil all dessen.

 

Schottergärten - nicht zu verwechseln mit Steingärten! - zeichnen sich dadurch aus, dass für die Flächen der Boden ausgehoben werden muss, mit oftmals wasserundurchlässigen Folien oder Vlies ausgelegt und mit Steinen aufgefüllt werden und nur wenige, meist exotische Pflanzen wie Thuja, Pampasgras oder Kirschlorbeer darin zu finden sind. Anders als echte Steingärten, welche natürliche Felslebensräume nachbilden, eine Verbindung zum Mutterboden haben und Lebensraum für Wildpflanzen, Eidechsen, Insekten und Spinnen bieten können, sind Schottergärten meist ein ökologischer „Totalausfall“.

Die Mär vom pflegeleichten Schottergarten

LNV und NABU betonen, dass moderne Schottergärten keineswegs pflegeleicht sind – auch wenn das immer wieder behauptet wird. Denn zwischen den Steinen sammeln sich mit der Zeit vom Wind oder von Vögeln herangetragene Samen von Wildkräutern und Gräser an, denen das bisschen Erde und Staub als Grundlage reicht, was sich zwischen dem Schotter unweigerlich ansammelt. Wird ein Schottergarten nicht aufwändig sauber gehalten, erobert ihn die Natur Stück für Stück zurück.

Wir appellieren an die Menschen, ihre Gärten stattdessen naturnah zu gestalten. Im Faltblatt gibt es dazu einen kurzen Überblick über die zentralen Punkte – etwa die Wahl heimischer Pflanzen, die Anlage von Blumenwiesen und die Schaffung von Nistplätzen und Wasserstellen.

Nicht zu vernachlässigen sind auch die Auswirkungen der Schottergärten auf das Klima. Steine heizen sich im Sommer unter Sonnenstrahlen sehr stark auf und geben diese Wärme über Nacht dann wieder an die Umwelt ab. Grünflächen sorgen dagegen durch Beschattung und Verdunstung dafür, dass die Temperaturen dort nicht so stark ansteigen und auch schneller wieder abkühlen.

 

Ferner fehlt den Schottergärten die Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und ggf. wieder dem Grundwasser zuzuführen, was bei Starkregen durchaus hilfreich sein kann. Regenwasser fließt daher ungenutzt in die Kanalisation.

Landesbauordnung schreibt „Grünflächen“ vor

Wer seinen Garten naturnah gestaltet, ist auch rechtlich auf der sicheren Seite. Die Landesbauordnung schreibt aus gutem Grund ‚Grünflächen‘ zwischen den Häusern vor, keine ‚Grauflächen‘. Angesichts des Klimawandels, des Insektensterbens und des allgemeinen Artenrückgangs sollten wir alle der Natur zumindest in unseren Gärten einen Rückzugsraum zugestehen.

 

Wer sich mit dem Thema näher beschäftigen möchte, dem sei der Bildband von Ulf Soltau - Gärten des Grauens - empfohlen, der besonders „schöne“ Schottergärten fotografiert und mit den entsprechenden Bildunterschriften versehen hat.


Rettung einer jungen Waldohreule in Beutelsbach

Aller Anfang ist schwer. Auch das Fliegen will für jeden Vogel, jede Eule gelernt sein.  Daher landet so mancher erste Flugversuch der kleinen Fluganfänger entweder, wenn es gut geht, auf einem niedrigeren Ast, oftmals aber auch auf dem Boden, wo dann unter Umständen Fressfeinde leichtes Spiel haben oder wenn es ganz schlecht läuft, wie im vorliegenden Fall, mitten auf der Straße.

 

 

 

Hier hatte die kleine Waldohreule jedoch großes Glück, dass Johanna und ihr Bruder genau zu diesem Zeitpunkt vorbeikamen und nicht achtlos vorübergingen. Johanna stellte sich mit ihrem Fahrrad sofort auf die Straße vor den kleinen Vogel und verhinderte somit, dass der kleine Wicht überfahren wurde. Ihr Bruder lief zwischenzeitlich nach Hause und holte die Mutter zur Hilfe. Gemeinsam verfrachteten sie das Eulenkind auf den Gehweg und dann in einen Vorgarten und warteten auf das von einer Nachbarin informierte NABU-Mitglied Martin Käshammer, der den kleinen Bruchpiloten dann in den nächsten Baum setzte. Der Altvogel wurde in einer Tanne gesichtet.

 

 

 

Der NABU bedankte sich bei Johanna mit einem Dankesschreiben und einer individuellen Urkunde.

 

 

 

Auch wenn es zur natürlichen Auslese gehört, dass nicht jeder Jungvogel groß wird, ist es doch schön zu sehen, dass sich Mitmenschen um in Not geratene Tiere kümmern und nicht achtlos vorbeigehen. Ohne den selbstlosen Einsatz von Johanna schmälern zu wollen, muss jedoch darauf hingewiesen werden, bei solchen Rettungsaktionen vor allem auf den Selbstschutz zu achten. Auf einer vielbefahrenen Straße wäre der Einsatz für Mensch und Tier wohl nicht so erfolgreich abgelaufen.

 



Zählen, was zählt 

Unter dem Motto „Zählen, was zählt“ startet der NABU vom 29. Mai bis zum 7.Juni sowie vom 31. Juli bis zum 09. August innerhalb seines Citizen Science-Projektes „Insektensommer“ erneut eine große Insektenzählung in Deutschland. Naturfans sind bundesweit aufgerufen die Summer, Brummer und Krabbler in ihrer Umgebung zu beobachten und unter www.insektensommer.de online zu melden. Oder über die kostenlose NABU-App „Insektenwelt“ für IOS und Android. Sie enthält über 120 in Deutschland

häufige vorkommende Arten.

 

Ziel des Insektensommers ist es, auf die enorme Bedeutung der Insekten aufmerksam zu machen und für den Schutz dieser Tiergruppe zu sensibilisieren. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. Jedes Insekt zählt! In Deutschland gibt es nach Schätzungen 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

 

Beobachten und zählen kann man fast überall: Garten, Balkon, Park, Wiese, Wald, Feld, Teich, Bach oder Fluss. Das Beobachtungsgebiet soll nicht größer sein als etwa zehn Meter in jede Richtung vom eigenen Standpunkt aus. Gezählt wird eine Stunde lang.

Egal ob Blattlaus, Fliege oder Schmetterling – jeder Sechsbeiner soll gemeldet werden. Auf 16 in Deutschland häufig vorkommende Arten soll dabei aber besonders geachtet werden. Darunter sind vier Tagfalter (Admiral, Tagpfauenauge, Schwalbenschwanz, Kleiner Fuchs), drei Wildbienen (Ackerhummel, Steinhummel, Holzbiene), zwei Käfer (Asiatischer Marienkäfer, Sieben-Punkt-Marienkäfer) zwei Wanzen (Lederwanze, Streifenwanze), zwei Fliegen (Hainschwebfliege, Florfliege), zwei Libellen (die Blutzikade, die Blaugrüne Mosaikjungfer) sowie das Grüne Heupferd als Laubschrecke.

 

Der optimale Tag, um viele Insekten zu sehen, ist ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Eine gezielte Erkundungstour ist für jeden von uns schon auf kleinstem Raum möglich, wie zum Beispiel der Blick in die Blumentöpfe.

 

Der NABU engagiert sich seit Jahren für den Schutz der Insekten. Sie sind unverzichtbar für uns Menschen und die gesamte Natur. In unseren Ökosystemen tragen sie zur Vermehrung von Pflanzen sowie zur Fruchtbarkeit des Bodens bei. Studien zeigen, dass die Insekten in Deutschland deutlich zurückgehen. Intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die Ausräumung der Landschaft sind nur einige Gründe für den Insektenschwund. Die Daten der Zählaktion Insektensommer werden in Zusammenarbeit mit der Plattform www.naturgucker.de erfasst. Die Ergebnisse werden vom NABU ausgewertet und zeitnah veröffentlicht. Der Insektensommer findet dieses Jahr zum zweiten Mal statt.

Im vergangenen Jahr beteiligten sich 18.000 Menschen mit über 7.300 Beobachtungen.

 

 

Mehr Infos: www.insektensommer.de oder unter www.NABU.de/insektenwelt


Kohlmeise die trinkt
Kohlmeise die trinkt

Auch Vögel brauchen Wasser

Eigentlich ist dies ein Thema für den Hochsommer. Doch bereits jetzt im Frühjahr herrscht schon wieder eine bedenkliche Trockenheit, die nicht nur die Landwirte, sondern auch unsere gefiederten Freunde extrem belastet.

Der NABU Weinstadt bittet daher schon heute unsere Vogelfreunde, bei länger andauerndem trockenem Wetter Vogeltränken aufzustellen.

Während der sehr trockenen Tage leiden unsere Vögel oft unter dem Wassermangel. Die wenigen verbliebenen natürlichen Wasserstellen sind dann ausgetrocknet. Pfützen gibt es gar nicht mehr, sogar in manchen Gräben steht oft nur noch wenig Wasser. Es ist daher sehr wichtig, den Tieren saubere Vogeltränken anzubieten, ganz gleich, ob im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon. Dabei ist es den Vögeln völlig egal, ob es sich um stylische Vogeltränken handelt oder einfach nur um einen Blumentopfuntersetzer.

Dabei sind jedoch ein paar Tipps zu beachten, damit sich die gute Tat nicht ins Gegenteil verkehrt:

Zunächst muss darauf geachtet werden, dass das Wasser sauber bleibt. Allzu schnell können sich sonst Salmonellen, Trichomonaden & Co. vermehren. Daher sollte das Wasser täglich gewechselt und das Gefäß ausgespült und saubergewischt werden.

Da in trockenen Zeiten die Vogeltränken auch gerne von Insekten, vor allem Bienen genutzt werden, ist es zum Schutz dieser Tiere ratsam, in die Gefäße Steine oder Zweigchen zu legen, damit die kleinen Flieger nach einem unfreiwilligen Bad daran wieder ins Trockene krabbeln können und nicht ertrinken müssen.

Bei der Standortwahl der Vogeltränke sollte auf einen einigermaßen katzensicheren Standort geachtet werden.