Große Haube, langer Schnabel

Der Wiedehopf ist Vogel des Jahres 2022

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wiedehopf - Foto: NABU/CEWE/Thomas Hinsche

Bei der öffentlichen Wahl zum Vogel des Jahres 2022 hat sich der Wiedehopf deutlich durchgesetzt. Der auffällige Vogel wurde schnell zum Favorit der Wähler*innen und ließ die anderen Kandidaten weit hinter sich. Doch was macht unseren Vogel des Jahres so besonders? Erfahren Sie mehr zum Vogel-Punk mit dem langen Schnabel:

Der Wiedehopf (Upupa epops) war im 19. Jahrhundert ein gebietsweise häufiger Vogel, ist heute jedoch gefährdet in Deutschland. Weil ihm Nahrung und Lebensräume fehlen, gibt es nur 800 bis 950 Brutpaare. In der Roten Liste der Brutvögel gilt die Vogelart deshalb als gefährdet (Kategorie 3). Doch es gibt Hoffnung: Mitte der 1990er-Jahren wurden nicht einmal 300 Brutpaare gezählt – der Bestandstiefpunkt der vergangenen Jahrzehnte. Seitdem wächst ihre Zahl.

Hier der lebt der Wiedehopf

Der Wiedehopf mag halboffene bis offene und trockene Lebensräume mit lockerer Vegetation. Dazu zählen Heidelandschaften und Trockenhänge ebenso wie Streuobstwiesen oder extensive Weiden. Auch Truppenübungsplätze und Bergbaufolgelandschaften sind wichtige Ersatzlebensräume geworden. Da er gerne warme Gebiete besiedelt, kommt der Wiedehopf in Deutschland nur in bestimmten Regionen vor, etwa in Brandenburg und Sachsen-Anhalt oder am Mittelrhein in Rheinland-Pfalz sowie entlangs des Oberrheins in Baden-Württemberg rund um den Kaiserstuhl. Im Nordwesten fehlen geeignete Lebensräume großflächig, deswegen deswegen tauchen Wiedehopfe dort nur selten auf.

Verbreitung des Wiedehopfes - Grafik: Dachverband Deutscher Avifaunisten
Verbreitung des Wiedehopfes - Grafik: Dachverband Deutscher Avifaunisten

Kleiner Fakten-Check

  • Der Wiedehopf (Upupa epops) ist die einzige europäische von drei Arten der Familie der Wiedehopfe                  (Upupidae) und zählt zur Ordnung der Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes).
  • Seinen wissenschaftlichen Gattungsnamen verdankt er seinem Balzruf (upupup).
  • Er wird auch Stinkvogel genannt: Bei Gefahr scheiden Weibchen und Jungvogel ein übelriechendes                  Sekret aus einer Drüse über den Schwanzansatz aus und schrecken damit Feinde ab.
  • Die markante Haube mit den Scheitelfedern richtet der Wiedehopf häufig dann auf, wenn er gerade                  gelandet ist und bei der Balz.
  • Auf seinem Speiseplan stehen vor allem größere Insekten und deren Larven. Er frisst gerne Käfer,                      Maulwurfsgrillen, Heuschrecken und Schmetterlingsraupen. Auch Regenwürmer, Spinnen und kleine              Eidechsen lässt er sich hin und wieder schmecken.
  • Im April erreichen den NABU und LBV immer wieder Meldungen von Wiedehopfbeobachtungen aus                  Gärten. Dort macht er auf seinem Zug nach Norden kurz Pause und stochert auf kurzem Rasen nach                Nahrung.
  • Es gibt nur eine weitere verwandte Wiedehopf-Art in Madagaskar als Vertreter einer eigenen                                Vogelfamilie